So

01

Sep

2019

Vergangenheit in der Sonne

Spannend erzählt der Maler Mehmet Güler (*1944) von seinem Werdegang, der in einem Dorf Anatoliens als kunstinteressierter Schüler begann und ihn heute zu einer wichtigen Figur der modernen Kunstszene in Deutschland werden ließ. Sein Eigensinn, mit dem er den Besuch einer weiterführenden Schule als Erster aus seinem abgeschiedenen Dorf - und später manch anderes kleineres oder größeres Projekt - durchsetzte, seine Karriere als Schul- und Hochschullehrer und als Künstler, und die Umstände, unter denen er die Türkei verließ, ergänzen sein Selbstporträt zu einem realistisch gezeichneten Panorama der ländlichen und großstädtischen Türkei der 1950er bis in die 70er Jahre.

   Da Gülers Autobiographie keineswegs nur in der Aufzählung von karriererelevanten Ereignissen besteht, sondern sein ganzes Leben umfasst, gewinnt dieses Panorama viel an Lebendigkeit und Farbe, ohne sich in Details zu verlieren und ohne in eine Schönfärberei zu geraten. Gerade durch die Konflikte, die Güler mitunter schildert, lernen wir seine Familie und seine Nachbarn im Dorf, seine Freunde, Lehrer und Berufskollegen kennen, gewinnen Einblicke ins Schul- und Hochschulleben und in die Kunstszene in der Türkei. Wir begleiten ihn bei seinem Militärdienst im unwegsamen Osten des Landes und auf seinen Reisen, von denen eine ihn sogar ins Deutschland des Jahres 1966 führt, um ein gebrauchtes Motorrad zu kaufen, und die ein drolliges Ende am korrupten Zoll nimmt.

   Vergangenheit in der Sonne liest sich wie ein Bildungs- und Abenteuerroman in einem. Güler erzählt so pointiert, informativ und unterhaltsam, dass wir Leser bedauern müssen, dass seine Geschichte mit dem Wechsel von Ankara nach Kassel endet, wo er seit 1974 als freier Künstler lebt.

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So

28

Apr

2019

Glück allein

Ausgewählte Erzählungen

von

Behçet Çelik

in Übersetzung von

Christel Schütte

 

In der Titelgeschichte begegnen wir einer jungen Frau, die sich eine kurze Auszeit nimmt und durch Istanbul schlendert. Ihre Gedanken sind zu Beginn immer wieder bei ihrem Mann, ihrem Kind, ihrem Haushalt. Doch je mehr sie sich an ihre Vergangenheit vor der Ehe erinnert, umso weniger seltsam erscheint ihr das Glück, das sie allein genießt.


Mit 29 weiteren Kurzgeschichten Behçet Çeliks am 1. Juni auf dem Ruffel

https://www.ruffelverlag.de/2019/04/28/gl%C3%BCck-allein/https://www.ruffelverlag.de/2019/04/28/gl%C3%BCck-allein/

Di

26

Mär

2019

Der Stadtschreiber von Diyarbekir

23.03.2019 - Hamburg
von Gerrit Wustmann

Dikranagerd nennen die Armenier die Stadt, die Kurden nennen sie Amed, die Türken Diyarbekir. Das Multilinguale, das Multikulturelle ist konstituierend für diesen Ort im Südosten der Türkei.

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Do

21

Feb

2019

Amed Dikranagerd Diyarbekir

Dikens kulturkritische Kolumnen aus den Jahren 2012 - 2017. Sein Anliegen: eine multikulturelle Türkei mit all ihren Ethnien, Sprachen und Glaubensgemeinschaften. Sein Fokus: Die Großstadt »Diyarbakır« im Südosten des Landes.

 

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Mo

31

Dez

2018

Das war 2018

Mit vier Titeln haben wir unser belletristisches Programm 2018 erweitert:
- NI KAZA EN TURKIYA, Erzählungen jüdischer Autoren aus Istanbul
-DAS TESTAMENT DES STAATSANWALTS, Roman von Monika Carbe
- KO'ASINOS, Roman von Panos Ioannides
- ARZT AUS JAFFA, Memoiren von Ibrahim Lada'a

- Ni kaza en Turkiya, Kein Haus in der Türkei, heißt der Erzählband, den Wolfgang Riemann aus den Werken jüdischer Autoren aus Istanbul ausgewählt und übersetzt hat. Die Geschichten handeln von der schwierigen Existenz einer jüdischen Minderheit in einem muslimisch und nationalistisch geprägten Umfeld. Über die Hintergründe dieser Literatur gibt ein Nachwort von Laurent Mignon Auskunft.
- Monika Carbes Roman Das Testament des Staatsanwalts erfährt eine Neuauflage auf dem Ruffel. Er erzählt von einer Liebesbeziehung in den allerletzten Tagen des Zweiten Weltkriegs in Meiningen.
- Ko'asinos oder Das Orakel der Krähe von Panos Ioannides ist eigentlich der erste Teil seines autobiographischen Mehrteilers aus Zypern. Bereits erschienen war auf dem Ruffel der Folgeband Amerika '62.
- Der Arzt aus Jaffa heißt Dr.med. Ibrahim Lada'a und lebt in Nürnberg und Ramallah. Er unternimmt in diesem Band - neben einer spannenden Erzählung seiner Lebensgeschichte - eine fundierte Auseinandersetzung mit der politischen Situation seines Landes. Der Untertitel seiner Memoiren lautet »Geschichte eines palästinensischen Vertriebenen«.

 

In diesem Jahr erschien auch der Schlüssel zum Lehrwerk Türkçe Kursu 1. Das Büchlein enthält Lösungen zu den Übungen und Übersetzungen der Lesetexte im Lehrbuch, weiteres Material zur Landeskunde und eine Audio-CD.