Di

31

Dez

2019

Das war 2019

2019 brachte unser Verlag auf dem Ruffel zwei aufregende Erstveröffentlichungen heraus:


AMED  DİKRANAGERD  DİYARBEKİR - Traurige Kolumnen 
von Şeyhmus Diken
Essays zur Geschichte und Gegenwart der multikulturellen Stadt im Südosten der Türkei

 


VERGANGENHEIT IN DER SONNE - Erinnerungen

von Mehmet Güler

Ein spannend erzählter Lebensbericht des in Kassel lebenden Malers

 

 

Şeyhmus Diken lebt als Schriftsteller in der Metropole Diyarbekir, die in den letzten Jahren mehrfach zum Schauplatz von Unruhen zwischen Kurden und Ankara geworden ist. Amed, Dikranagerd, Diyarbekir - Das sind die drei Namen der uralten Stadt, kurdisch, armenisch und arabisch-türkisch, von denen der letzte durch Atatürk noch eine türkische Verballhornung erhielt und als "Diyarbakır" zum amtlichen Namen der Stadt wurde. Diken ist ein Kenner dieser Stadt und weiß spannend von ihrer Kultur zu erzählen - von ihren armenischen Kirchen, kurdischen Trödlern, bulgarischen Exilanten und ... 
   Dieser Band umfasst eine Auswahl aus Dikens Kolumnen der Jahre 2012 - 2017. "Traurig" sind die Texte nicht allein deshalb, weil der Autor heute das um 2010 noch herrschende optimistische Klima vermisst, sondern es geht ihm um den seit über hundert Jahren fortschreitenden Verlust des multikulturellen Charakters seiner Stadt. Er fordert dezidiert zur Verarbeitung der grausamen Vergangenheit und zur Versöhnung auf, die die Türken, Armenier, Kurden, Assyrer ... umfassen muss und nicht in Belangen einer eng kurdischen Politik steckenbleiben darf. 

 

Vergangenheit in der Sonne, Lebensbericht des Malers Mehmet Güler, erschien im Sommer 2019 zu seiner großen Retrospektive in der Dokumenta-Halle in Kassel.

   Die Geschichte des weiten Weges aus dem anatolischen Dorf seiner Geburt in die Welt der Künste liest sich wie ein spannender, mitreißender Roman. Kaum zu stillender Wissensdurst und die Faszination des Bildes waren Antriebskräfte, die Mehmet Güler über sich selbst hinauswachsen ließen. Schon früh wurde dem jungen Mann klar, dass seine Zukunft nicht in der Enge der dörflichen Gemeinschaft liegen konnte, doch die Hürden, die sich vor ihm auftürmten, um daraus auszubrechen, schienen unüberwindbar zu sein. Aber Mehmet Güler hatte ein Ziel, und er glaubte an seine Vision von einem Leben für und mit der Kunst. Das verlieh ihm unvorstellbare Kräfte.
   Dieses Buch nimmt die Leser mit auf eine abenteuerliche Reise, ihr Ende findet diese Reise in Kassel, wo sich Mehmet Güler zu einem international gefeierten, vielfach ausgezeichneten Künstler unserer Zeit entwickelt hat. (Thomas Hengstenberg)

So

01

Sep

2019

Vergangenheit in der Sonne

Spannend erzählt der Maler Mehmet Güler (*1944) von seinem Werdegang, der in einem Dorf Anatoliens als kunstinteressierter Schüler begann und ihn heute zu einer wichtigen Figur der modernen Kunstszene in Deutschland werden ließ. Sein Eigensinn, mit dem er den Besuch einer weiterführenden Schule als Erster aus seinem abgeschiedenen Dorf - und später manch anderes kleineres oder größeres Projekt - durchsetzte, seine Karriere als Schul- und Hochschullehrer und als Künstler, und die Umstände, unter denen er die Türkei verließ, ergänzen sein Selbstporträt zu einem realistisch gezeichneten Panorama der ländlichen und großstädtischen Türkei der 1950er bis in die 70er Jahre.

   Da Gülers Autobiographie keineswegs nur in der Aufzählung von karriererelevanten Ereignissen besteht, sondern sein ganzes Leben umfasst, gewinnt dieses Panorama viel an Lebendigkeit und Farbe, ohne sich in Details zu verlieren und ohne in eine Schönfärberei zu geraten. Gerade durch die Konflikte, die Güler mitunter schildert, lernen wir seine Familie und seine Nachbarn im Dorf, seine Freunde, Lehrer und Berufskollegen kennen, gewinnen Einblicke ins Schul- und Hochschulleben und in die Kunstszene in der Türkei. Wir begleiten ihn bei seinem Militärdienst im unwegsamen Osten des Landes und auf seinen Reisen, von denen eine ihn sogar ins Deutschland des Jahres 1966 führt, um ein gebrauchtes Motorrad zu kaufen, und die ein drolliges Ende am korrupten Zoll nimmt.

   Vergangenheit in der Sonne liest sich wie ein Bildungs- und Abenteuerroman in einem. Güler erzählt so pointiert, informativ und unterhaltsam, dass wir Leser bedauern müssen, dass seine Geschichte mit dem Wechsel von Ankara nach Kassel endet, wo er seit 1974 als freier Künstler lebt.

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So

28

Apr

2019

Glück allein

Ausgewählte Erzählungen

von

Behçet Çelik

in Übersetzung von

Christel Schütte

 

In der Titelgeschichte begegnen wir einer jungen Frau, die sich eine kurze Auszeit nimmt und durch Istanbul schlendert. Ihre Gedanken sind zu Beginn immer wieder bei ihrem Mann, ihrem Kind, ihrem Haushalt. Doch je mehr sie sich an ihre Vergangenheit vor der Ehe erinnert, umso weniger seltsam erscheint ihr das Glück, das sie allein genießt.


Mit 29 weiteren Kurzgeschichten Behçet Çeliks am 1. Juni auf dem Ruffel

https://www.ruffelverlag.de/2019/04/28/gl%C3%BCck-allein/https://www.ruffelverlag.de/2019/04/28/gl%C3%BCck-allein/

Di

26

Mär

2019

Der Stadtschreiber von Diyarbekir

23.03.2019 - Hamburg
von Gerrit Wustmann

Dikranagerd nennen die Armenier die Stadt, die Kurden nennen sie Amed, die Türken Diyarbekir. Das Multilinguale, das Multikulturelle ist konstituierend für diesen Ort im Südosten der Türkei.

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Do

21

Feb

2019

Amed Dikranagerd Diyarbekir

Dikens kulturkritische Kolumnen aus den Jahren 2012 - 2017. Sein Anliegen: eine multikulturelle Türkei mit all ihren Ethnien, Sprachen und Glaubensgemeinschaften. Sein Fokus: Die Großstadt »Diyarbakır« im Südosten des Landes.

 

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